Über Apamoyo

“Gemeinsam mit Herz” [Swahili: apa = es gibt, pamoja = gemeinsam, moyo = Herz / Leidenschaft / Engagement]

Wer wir sind

Apamoyo geht auf Initiative von Familie Dohrenbusch zurück, die viele Jahre in der Millionen-Metropole Nairobi in Kenia gelebt hat. Der Journalist Wim Dohrenbusch ist seit mehr als 30 Jahren in Afrika unterwegs. Er berichtete als Korrespondent aus rund 20 Ländern Ost- und Zentralafrikas und war Leiter des ARD-Hörfunkstudios in Nairobi.

Mit seiner Frau und zwei Kindern hat er gegenüber dem Kibagare-Slum gewohnt und täglich die Wirklichkeit vor Augen gehabt: Jugendliche, die ohne Job und Perspektive auf der Straße leben, gleichzeitig aber den Mangel an qualifizierten und zuverlässigen Handwerkern.

Apamoyo ist seit 2016 im Vereinsregister beim Amtsgericht Düsseldorf eingetragen und als gemeinnützig durch das Finanzamt anerkannt. Alle Mitarbeiter in Deutschland arbeiten ehrenamtlich. So bleiben die Verwaltungskosten gering, und Spender können sicher sein, dass ihr Beitrag zu 100 Prozent im Projekt ankommt.

Gründung der gemeinsamen Training & Job-Agency von Apamoyo und COWA mit Partnern und Jugendlichen im Januar 2020

Partnerschaften & Kooperationen

The Companionship of
Works Organisation

Don Bosco Boys‘ Town

Eastlands College of Technology

Imani Marianists Training Center

Kibondeni College of Catering and Institutional Management

St. Kizito Vocational Training Institute

Engagement
Global NRW

Delegation der Deutschen Wirtschaft in Kenia

Technical and Vocational Education and Training Authority Kenya

Landesregierung
Nordrhein-Westfalen
Minister für Internationales

Situation in Afrika

Der vermeintliche Elendskontinent Afrika ist längst kein hoffnungsloser Fall mehr. Es gibt viele gute Nachrichten, vom erwachenden Riesen, von Wirtschaftswachstum und großem Potential. Doch der Fortschritt steht auf wackligen Füßen, die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander. Der Schlüssel zur Armutsbekämpfung sind Bildung und eine berufliche Perspektive.

Ein typisches Beispiel dafür ist Kenia. Jedes Jahr schließen rund eine Million Jugendliche ihr Studium an einer High School oder Universität ab. Ein guter Schulabschluss bedeutet aber keineswegs gute Chancen auf dem Arbeitmarkt. Für unzählige Mädchen und Jungen ist der Weg in die Arbeitslosigkeit und in die Slums der Städte vorgezeichnet. Im günstigsten Fall verdienen sie sich ihren Lebensunterhalt mit Schwarzarbeit oder sie suchen ihr Glück als Wirtschaftsflüchtlinge im Ausland. Oft führt der Weg jedoch in Alkoholismus, Prostitution und Kriminalität.

Der Bruch zwischen dem Schulabschluss und einem Start ins Berufsleben ist ein großes Entwicklungshemmnis. Eine qualifizierte duale Berufsausbildung, so wie wir sie in Deutschland kennen, findet nicht statt. In der Regel suchen Betriebe billige, angelernte Arbeitkräfte, die dann einen unsicheren Job als Tagelöhner oder Hilfsarbeiter bekommen. Ein Monatseinkommen von weniger als 100 Euro ist die Regel.

“Wir müssen endlich den Hintern hochkriegen, statt darauf zu warten, dass andere uns helfen. Es ist unsere eigene Verantwortung.”

Wangari Maathai, kenianische Friedensnobelpreisträgerin

Die Keimzelle der Arbeit vom Apamoyo ist Kibagare, ein mit rund 60.000 Bewohnern eher kleines Slumgebiet im Nordwesten der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Von dort konnten wir im Jahr 2017 die ersten Jugendlichen in eine handwerkliche Berufsausbildung vermitteln. Seitdem haben wir fast 100 Stipendien an Mädchen und Jungen aus ganz Kenia vergeben. Heute werden die meisten von ihnen von unseren Ausbildungspartnern vorgeschlagen und gemeinsam mit ihnen ausgewählt. Kriterien sind Bedürftigkeit, Talent und Engagement, aber auch Ausgewogenheit bei Geschlecht, Religion und regionaler Herkunft spielen eine Rolle.

Unsere Partner orientieren sich zunehmend am dualen System in Deutschland und legen immer größeren Wert auf den praktischen Teil der Berufsausbildung – vielleicht auch ein Erfolg unseres Engagements.

Apamoyo verfügt über eine ständige Vertretung in der Hauptstadt Nairobi. Der kenianische Verein CoWA (Companionship of Works Organisation) betreut seit Jahren unser Stipendienprogramm, gemeinsam betreiben wir eine gemeinnützige Ausbildungs- und Jobagentur, unter anderem mit einer Online-Plattform und Datenbank zur Arbeitsvermittlung von Berufsanfängern und jetzt auch ein Pilotprojekt zur Start Up-Förderung.

Einige unserer Absolventen studieren inzwischen an der Universität, andere haben sich mit einem Apamoyo-Existenzgründerdarlehen selbständig gemacht. Insgesamt erreichen wir mit unseren Angeboten heute mehrere tausend Jugendliche in Kenia.

Starthilfe für Eigeninitiative und Verantwortung

Kenias Jugend braucht Ihre Unterstützung

Berufsausbildung findet in den meisten afrikanischen Ländern anders statt als in Deutschland mit seinem weltweit geschätzten dualen System.

In Kenia können Jugendliche keinen Ausbildungsvertrag mit einem Betrieb abschließen, sondern müssen sich an einem Berufs-College oder Ausbildungszentrum einschreiben. Statt eine Ausbildungsvergütung zu erhalten fallen hohe Gebühren an, umgerechnet 1.000 Euro im Jahr sind keine Seltenheit. Die praktische Ausbildung findet ebenfalls in der Schule statt, ergänzt durch zu wenige und viel zu kurze Praktika in Betrieben. Nur langsam öffnen sich das staatliche Bildungssystem und die Privatwirtschaft für Reformen und für einen höheren Stellenwert der Ausbildungspraxis.