10 Monate Apamoyo e.V.
Liebe Vereinsmitglieder und Förderer, liebe Freundinnen und Freude,
das Jahr 2016 bewegt sich – spätestens seit dem Umschalten auf die Winterzeit – spürbar dem Ende entgegen. Für eine Bilanz ist es noch zu früh, aber ich will Euch einen kurzen Überblick über die Entwicklung von APAMOYO geben.
In den ersten zehn Monaten seit der Gründung haben wir eine Menge erreicht, machen insgesamt gute Fortschritte, stehen aber auch immer wieder vor Herausforderungen, die Initiative, Ideen und auch Geduld erfordern.
Nach der Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht Düsseldorf (VR 11329) im Februar hat schließlich auch das Finanzamt reagiert und APAMOYO am 08.07.2016 die Annerkennung der Gemeinnützigkeit ausgesprochen. Damit können Spender die jeweilige Summe von der Steuer absetzen. Wir können Spendenquittungen ausstellen, offenbar reicht aber schon ein entsprechender Kontoauszug der eigenen Bank. Der Verein wird jedenfalls beim Finanzamt Düsseldorf-Süd unter der Körperschaftssteuer-Nummer 106/5740/3049 geführt.
Die Kommunikation per Email läuft übrigens inzwischen weitgehend über unser eigenes Account:
info@apamoyo.de
Eine weitere Formalie: Ende Oktober hat sich unsere Bankverbindung geändert als Folge der Fusion „unserer“ Raiffeisenbank Rhein Berg mit der Volksbank Dormagen. Unsere aktuellen Kontodaten lauten nun:
VR Bank eG
IBAN: DE33 3056 0548 0607 7270 15
BIC: GENODED1NLD
Die inhaltliche Entwicklung des Projekts hat sich seit meinem Kenia-Besuch im März/April, der letzten Korrespondentenvertretung für die ARD, weiter konkretisiert. Wir wollen Ende dieses, spätestens Anfang nächsten Jahres, zum Schuljahrswechsel, die ersten Jugendlichen aus dem Kibagare Slum in Berufsvorbereitungsmaßnahmen unterbringen. Es gibt verschiedene private, kirchliche und staatliche Träger, die unterschiedliche Workshops und Trainings anbieten bis hin zu Berufscolleges, die im Prinzip auch in Frage kommen können. Ich glaube, ich habe das Thema mit seinen Möglichkeiten und Risiken mit allen von Euch schon im persönlichen Gespräch vertieft, so dass ich jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen will. Ein Ausbildungsplatz kostet (das hängt sehr vom einzelnen Träger, der Dauer und des Konzepts ab) pro Jahr ungefähr 1.000 Euro (ohne Fahrtkosten bzw. Wohnheimunterbringung und zum Teil auch ohne Lernmittel).
Einen kleinen Haken hat die Sache allerdings: Wir haben im Moment nicht das Budget, um auch nur einen einzigen Jugendlichen – geschweige denn ein halbes Dutzend – zu finanzieren! Denn unsere Mittel am heutigen Tag betragen 823,27 Euro auf unserem Konto und 198,80 Euro in der Barkasse. Größere Ausgaben waren bisher Notarkosten über 64,80 Euro und die Produktion eines Flyers, den ich im Oktober in einer Auflage von 200 Exemplare drucken lassen habe und von denen wir in den letzten Tagen ein Drittel im Bekanntenkreis, Nachbarschaft und bei Handwerkern und Einzelhändlern verteilt haben. Das hat mich aber schon in eine Zwickmühle gebracht: 357 Euro für Werbung, die dann im Projekt fehlen (okay, 110 Euro Spendeneinnahmen lassen sich bisher eindeutig auf den Flyer zurückführen)…
Auf der anderen Seite erlebe ich immer wieder, wie wichtig ein seriöser und überzeugender Gesamtauftritt ist. Ich habe Interviews im Bayrischen Rundfunk und bei SWR1 (eine zwei Stunden Sendung) gegeben und dafür noch das Konzept-Papier (aus der Vor-Flyer-Zeit) verschickt. Dann schauen die Journalisten und auch jetzt potentielle Spender, die den Flyer gelesen haben, auf unsere Webseite und drucksen anschließend herum, dass die ja nicht gerade überzeugend wirkt (www.apamoyo.de). Grundsätzlich bringt der Internetauftritt uns zwar keinen Euro an Spenden ein, aber er scheint das wichtigste Beweismittel für unsere Seriösität zu sein. An dieser Stelle will ich mich besonders bei Deniz Weber bedanken, der unser Logo, Schrift und Grafik entworfen und immerhin die sichtbare Existenz im Internet geschaffen hat, und zwar honorarfrei.
Was sollen wir machen? Ein paar hundert Euro an einen Webdesigner zahlen oder warten bis es uns jemand kostenlos macht? Ich selbst traue mich da jedenfalls nicht ran. Was ich aber Dank der großzügigen Hilfe von Julian Jochum geschafft habe, ist ein APAMOYO-Auftritt bei Facebook – eine ungewohnte, aber sehr spannende Form der Kommunikation und des Fundraisings. Schaut auf Facebook nach, drückt auf „Gefällt mir“ und teilt die Seite mit Euren Freunden!
Der nächste Punkt – und für heute der letzte: Ich fliege vom 18. November bis 3. Dezember, also zwei Wochen für das Projekt nach Nairobi. Danke an den WDR, der mich kostenlos in der Gästewohnung des Studios übernachten lässt (falls es sich die KollegInnen vor Ort nicht noch anders überlegen). Auf der anderen Straßenseite im Kibagare Slum will ich mich – vermittelt durch eine andere Organisation – mit einem jungen Mann treffen, der vielleicht als Vertrauens- und Mittelsmann (und Honorarkraft) vor Ort wirken kann. Ich will noch weitere Träger von Berufsbildungsmaßnahmen besichtigen, ein paar Firmenvertreter treffen und die Kenianisch-Deutsche Handelskammer bzw. die German Business Association besuchen. Und dann möchten wir eigentlich die ersten Jugendlichen auswählen, die wir in Förderkurse schicken könnten. Im Moment fühle ich mich bei der Vorstellung noch eher wie ein Hochstapler. Übrigens zahle ich den Kenia-Trip aus der eigenen Tasche, natürlich, aber längerfristig ist das eine nur begrenzt prickelnde Perspektive.
So sieht’s im Moment aus.
Ich habe Euch allen einen Flyer mitgeschickt. Wenn Ihr noch mehr gebrauchen könnt, schicke ich Euch so viel wie Ihr wollt (man kann auch welche nachdrucken lassen). Wenn Ihr irgendwelche Ideen habt, die APAMOYO weiterbringen, her damit. Und wenn Ihr irgendwelche Leute kennt, die man gezielt für PR, Fundraising oder andere Aktivitäten einspannen kann, sofort verhaften.
Herzliche Grüße
Wim Dohrenbusch
Apamoyo e.V.