Digitale Job-Vermittlung

Liebe Freunde und Förderer,

im Januar hat das neue Ausbildungsjahr in Kenia begonnen - Theorie und Praxis wieder im Präsenz-Unterricht. Große Erleichterung in den Berufsschulen, Werkstätten und bei den Jugendlichen, denn alle haben die Hoffnung, dass die Corona-Pandemie uns in 2021 nicht nochmal aus der Spur wirft. Apamoyo‘s zweiter Vorsitzender Joss Dohrenbusch ist gerade aus Nairobi zurück, wo er einen Eindruck von der Aufbruchsstimmung bei unseren Partnern bekommen konnte, so dass wir neun weitere Jugendliche - vier Mädchen und fünf Jungen - in das Apamoyo-Förderprogramm aufgenommen haben und damit auf mittlerweile 35 Stipendiaten kommen.

Allerdings haben wir im Moment auch die Sorge, dass Jugendliche auf der Strecke bleiben. Denn im letzten Jahr sind viele nach dem landesweiten Lockdown und Schulschließungen vorübergehend bei Verwandten auf dem Land untergekommen, doch manche bis heute nicht wieder aufgetaucht. Auch wir haben den Kontakt zu zwei Stipendiaten verloren, weil ihnen vermutlich das Geld für eine Rückfahrkarte und Gesprächsguthaben für ihr Handy fehlt. Wir stellen Nachforschungen an und hoffen, dass sie sich bald nach Nairobi durchschlagen. Gleichzeitig diskutieren wir mit unseren Partnern, wie wir die Eigenverantwortlichkeit der Jugendlichen fördern, ohne dabei zu riskieren, dass wegen 3,50 Euro für ein Busfahrkarte ihr Ausbildungsplatz auf dem Spiel steht.

Der Anlass des heutigen Rundbriefs ist aber eigentlich ein anderer, und zwar ein sehr erfreulicher: Gemeinsam mit unserem Projektpartner CoWA konnten wir gerade in einem Workshop zahlreichen Vertretern von Berufsbildungsträgern erstmals die Testversion unser digitalen Job-Vermittlung präsentieren. In weniger als einem Jahr hat unser Entwickler Jacob Miru - er kommt selbst aus einem Slum in Nairobi und konnte mit einem Stipendium studieren – die Website programmiert, mit dem wir Berufsanfänger und Unternehmen zusammenbringen wollen.

Besonderen Wert legen wir dabei darauf, dass sich die Jugendlichen nicht nur mit ihrer fachlichen Qualifikation, sondern auch mit ihrer Sozialkompetenz und ihren persönlichen Stärken präsentieren können. Unternehmen bieten wir eine Plattform zur Selbstdarstellung und für Stellenanzeigen. Uns ermöglicht das Programm außerdem, erfolgreiche, aber auch gescheiterte Bewerber individuell zu betreuen und weiter zu qualifizieren. Jetzt nehmen wir die Absolventen unserer Partner-Berufsschulen in die Datenbank auf und werden bei kenianischen Unternehmen und Wirtschaftsverbänden für unser Programm werben. Mittelfristig sollen dann mehr als tausend Berufsanfänger jedes Jahr von der digitalen Apamoyo-CoWA-Jobbörse profitieren.So kommen wir unseren Zielen wieder ein Stückchen näher und hoffen, dass der Schwung der letzten Wochen für den Rest des Jahres anhält und nicht ausgebremst wird. Wir freuen uns über Eurer/Ihr Interesse und jede Unterstützung.

Herzliche Grüße

Wim Dohrenbusch

Apamoyo e.V.

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Rundbrief – Dezember 2021

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